Arbeitest Du noch oder lebst Du schon? (sicher?)

In der „Zeit“ erschien vorletzte Woche der Aktikel „Vom König zum Knecht“, der uns die Problematik vor Augen führt, wie oft wir, oft unbewusst, für Unternehmen arbeiten, ohne auch nur einen Cent dafür zu bekommen. Und in manchen Fällen zahlen wir sogar drauf, wie der erste Satz des Artikels verdeutlicht:

Im Café nebenan kostet der Cappuccino 2,20 Euro, und die Bedienung bringt ihn mir an den Tisch. Bei Starbucks ist er 40 Cent teurer, und den Zucker muss ich selber holen, bevor ich mir meinen Cappuccino selber serviere.

Auch wenn dieses Modell in manchen Bereichen durchaus auch gewisse Vorteile für den Kunden bringt (zum Beispiel was die Zeiteinteilung betrifft, schliesslich bin ich dank Online-Banking weniger an Öffnungszeiten gebunden), wird meines Erachtens übersehen, dass hier weiter Arbeitsplätze vernichtet werden, nur damit Unternehmen mehr Gewinn machen können. Und oft überwiegen doch die Nachteile: wer stand denn nicht schon mal im Supermarkt an der Obstwaage an, oder noch schlimmer, musste einen Verkäufer suchen, weil die Etikettenrolle wieder mal leer war? Die Schlange an der Kasse löst sich in dieser Zeit natürlich nicht auf. Und in Form von niedrigeren Preisen wirkt sich dieses „Outsourcing an den Kunden“ ja in den seltensten Fällen aus.

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3 Kommentare

  1. ich glaube, dass da lediglich knallhartes (und häufiges) Abwägen hilft. Manche Sachen mache ich gerne alleine (z.B. Online-Banking), manchmal bin ich aber auch sehr bequem und möchte meinen Kaffee (Star-Bucks) und meinen Croque (Subway) nicht selber komponieren machen.

  2. Nichts gegen die leckeren Subs von Subway. Ich steh da auch total drauf. Aber der Punkt ist eher: zum Tisch bringst Du Dein Sandwich selbst, und das leere Tablett räumst Du auch selbst weg, oder?
    Beim Online-Banking, das ich auch betreibe, von dem aber eigentlich so gut wie jeder Sicherheitsexperte (ok, schwammiger Begriff) abrät, übertragen die Banken ja sogar das Risiko im Missbrauchsfall an den Kunden… („Wie, sie sagen mir also, dass Sie Ihre TAN-Liste nicht in einem Tresor aufbewahrt haben? Tja, da können wir leider auch nichts für Sie tun…“) – das spart sicher auch das eine oder andere Milliönchen.

  3. Oder den Stromzähler selber ablesen, eintragen und Kärtchen in den Briefkasten werfen für den ich einen Umweg laufen muss, weil der Briefkasten auf meinem Weg zur Arbeit abmontiert wurde. Auch wenn einem damit das „halten Sie sich bitte zwischen 10:00 und 14:00 Uhr bereit oder wir schätzen Ihren Verbrauch“ erspart wird.

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