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  • Aufgefrischt: Erste Hilfe

    Dank eines Angebots des ADFC Nürnberg konnten wir am Samstag unsere Erste-Hilfe-Kenntnisse einmal auffrischen. In den Räumen des BRK-Kreisverbands Nürnberg erlernten wir beispielsweise wie man sich an einem Unfallort verhält, einen Notruf absetzt oder etwa einen verunfallten Motorradfahrer von seinem Helm befreit. In diesem Zusammenhang übten wir auch die altbekannte „stabile Seitenlage“ für bewusstlose Personen, die noch selbstständig atmen können. Auch die Herz-Lungen-Wiederbelebung an einer Puppe wurde geübt – solche gab es bei meinem letzten Erste-Hilfe-Kurs zu Zeiten der Führerscheinprüfung 1989 soweit ich weiß noch nicht überall.

    Was es definitiv damals noch nicht in diesem Rahmen gab, sind die sogenannten AED-Geräte. Diese automatisierten externen Defibrillatoren gibt es in öffentlichen Gebäuden oder auch an Bahn-Stationen immer häufiger. Sie sind in der Bedienung so „laiensicher“, dass man sie, soweit vorhanden, bei einer bewusstlosen Person, die nicht aus eigener Kraft atmet, wohl auf jeden Fall einsetzen sollte. Sie erhöhen die Überlebenschance von Herzinfarktpatienten um ein vielfaches, nehmen den Elektroschock jedoch nur vor, wenn er auch wirklich angebracht ist. Unser Kursleiter in Nürnberg stellte uns nicht nur ein solches Gerät im Demo-Modus vor, sondern zeigte uns auch noch den folgenden Film des DRK Degerloch

    Für Führerscheinbesitzer ist eine Auffrischung der Ersthelferkenntnisse ja leider keine Pflicht, was vermutlich auch zu solch schrecklichen Auswüchsen wie behinderten Rettunseinsätzen oder dem Anpöbeln von Rettungskräften führt. Ich kann einen Auffrischungskurs jedenfalls nur empfehlen.

  • Salsa, Radeln, Konferenz und Wandern – kleiner Wochenrückblick

    Salsa
    Letzes Wochenende nahmen N. und ich an einem Salsa-Workshop teil. Im gefühlt zehnten Anlauf hat es endlich einmal geklappt: bei früheren Kursten des Bildungszentrums Nürnberg gab es bei uns leider immer wieder Terminkonflikte, doch nun wurde es endlich wahr. Samstags und Sonntags ließen wir uns in die Grundschritte des Salsa Cubana einweisen. Am Samstag abend hatte ich nicht gerade den Eindruck, dass ich hierfür besonders viel Talent besitzen würde und war etwas frustriert, doch am Sonntag lief es dann eigentlich ganz flott und fing auch richtig an, Spaß zu machen. Jetzt heißt es dranbleiben und üben. Leider gibt es in Nürnberg wenige Möglichkeiten, regelmäßig Salsa zu tanzen. Im Fürther Stadtpark jedoch, nur wenige Minuten von meiner Arbeitsstätte entfernt, finden im Sommer regelmäßige Salsa-Abende im Freien statt.

    Radeln
    Die Sommerzeit machts möglich, die Abendstunden sind länger hell – und das konnte ich diese Woche endlich einmal für eine etwas längere Ausfahrt mit meinem neuen Rennrad nutzen. Das Radeln im Sonnenuntergang hat mir riesig Freude bereitet und Lust auf weitere abendliche Ausfahrten gemacht.

    weEdition Intensiv
    Von Donnerstag bis Samstag nahmen mein Chef und ich an den Webedition Intensivtagen in Aschaffenburg teil. Nach 2016 war dies bereits mein zweiter Ausflug in den Spessart in diesem Rahmen und ein willkommenes Wiedersehen mit den Entwicklern und vielen aktiven Nutzern dieses sehr flexiblen und jahrelang bewährten, doch leider immer noch relativ unbekannten Content Management Systems, mit dem wir täglich arbeiten. WebEdition steht übrigens kostenlos und quelloffen zur Verfügung – ich bin mittlerweile ein richtiger Fan geworden.

    Kleine Sonntagswanderung
    Am Sonntag morgens nach dem Wetter schauen und mit dem ersten Kaffee im Bett die Wandertipps der VGN durchwühlen und spontan eine kleine Wanderung planen – davon habe ich ja schon öfter berichtet. Heute führte es uns in den Erlenstegener Forst. Die kleine aber feine Wanderung von Behringersdorf nach Heroldsberg durch den frühlingshaften Wald war recht abwechslungsreich und führte rein zufällig in eine ähnliche Gegend wie meine Radtour am Dienstag.

  • Nichts sehen heißt anders erleben!

    Ein Vier-Gänge-Menü stellt ja normalerweise keine Schwierigkeit für mich dar. Dieses Menü jedoch bei völliger Dunkelheit einzunehmen, macht daraus  schon eine spannende Herausforderung. Es verschafft außerdem einen klitzekleinen Eindruck vom Alltag blinder Menschen – das Wort „Einblick“ wäre hier wohl wirklich fehl am Platz.  Eine solch ungewöhnliche Erfahrung hatten wir am Donnerstag abend, als wir  mit Bekannten einem „NoLightDinner“ im Nürnberger Restaurant Estragon beiwohnten.

    Nach einer Einführung, in der zuerst einige Einrichtungen für Blinde und Sehbehinderte in Nürnberg vorgestellt, und dann der grobe Ablauf des Abends erklärt wurden, führten uns mit Nachtsichtgerät ausgerüstete Kellner durch eine Lichtschleuse in einen völlig abgedunkelten Raum. Wir saßen mit uns bekannten, aber auch fremden Menschen an einem Tisch und es ergaben sich sofort interessante Gespräche. Schon als die bestellten Getränke gereicht wurden, trafen wir auf die ersten Herausforderungen: wie schenkt man ein Bier in völliger Dunkenheit in ein Glas? Es hätte natürlich auch keinen gestört, das Bier aus der Flasche zu trinken, doch die Aufgabe nahm ich begeistert an und hinterließ auch keine Pfütze auf der Tischdecke. Die Finger wurden allerdings schon ein wenig nass. Das Essen selbst war köstlich, nach einem arabisch gewürzten Salat mit abwechslungsreichen Texturen (Rotkohl, Kichererbse, Trockenobst) und einer Suppe (Süßkartoffeln) servierte man – wie später bestätigt wurde – Hähnchen-Involtini mit Polenta und Paprikagemüse. Man isst wirklich anders, wenn man nicht erkennen kann, was einen erwartet. Ich hatte nicht den Eindruck, dass der Geschmack intensiver ist als bei Licht, aber dennoch geht man deutlich analytischer ans Werk. Das ganze lief ohne Verletzungen und auch nur ganz selten mit einer leer zum Mund geführten Gabel ab.

    Die einzigen kleinen „Lichtquellen“ waren übrigens die rot leuchtenden Restlichtgeber der beiden Kellner. Mobiltelefone, leuchtende Armbanduhren und ähnliches sollten wir nicht mit in den Raum nehmen. Und alleine schon der Smartphone-Verzicht für drei bis vier Stunden kann heutzutage ja schon eine gehörige Einschränkung darstellen.

    In den Pausen zwischen den Gängen sorgte eine Sängerin für kurzweilige Unterhaltung, sie moderierte allerdings auch eine Fragerunde mit den zwei blinden Service-Damen, die uns neben den beiden Herren mit Nachtsichtgerät an diesem Abend bedienten. Vor dem Dessert trug die Entertainerin dann ein kleines Teelicht herein, das uns in diesem Moment nach drei Stunden in der Dunkelheit wirklich sehr hell vorkam.  Ich hätte es – wissend, dass es irgendwann wieder aufhört – wohl auch noch eine Weile länger im Dunkeln ausgehalten. Als wir uns zu diesem NoLightDinner verabredeten, hatte ich etwas die Befürchtung, die absolute Dunkelheit könnte nach einiger Zeit beklemmend wirken. Dank der gelösten Stimmung und recht angeregter Unterhaltungen mit den Tischnachbarn stellte solch ein Gefühl allerdings zu keiner Zeit ein, eher noch eine gewisse Müdigkeit.

    Insgesamt war dieser außergewöhnliche Restaurant-Besuch eine sehr anregende Veranstaltung, über den ich in den folgenden Tagen noch oft nachgedacht habe. Ich würde es sicher wieder einmal machen und kann es Euch ebenfalls nur empfehlen. Die Termine im Estragon sind für dieses Frühjahr allerdings schon ausgebucht, erst im Herbst gibt es dort wieder die Möglichkeit an einen NoLightDinner teilzunehmen.

     

     

     

  • Schakschuka

    Kennt Ihr Schakschuka? Schakschuka ist „eine Spezialität der nordafrikanischen und jüdischen Küche. Das Gericht wird aus pochierten Eiern in einer Sauce aus Tomaten, Chilischoten und Zwiebeln zubereitet.“ (Wikipedia). Mir ist das Gericht in den letzten Wochen einige Male im Internet (um Beispiel bei Frau Kaltmamsell) und in der Fernsehsendung „Kitchen Impossible“ untergekommen. Dort musste der Koch Hans Neuner bei „Dr. Shakshuka“ in Tel Aviv das Gericht so originalgetreu wie möglich nachkochen.

    Shakshuka geht vom Prinzip her sehr einfach, schmeckt aber wahnsinnig lecker und lässt eine Vielzahl von Variationen zu, Ich habe mich für die ersten Versuche an einem Chefkoch-Rezept orientiert, allerdings unter anderem etwas mehr Paprika – und hier übrigens den roten Spitzpaprika – verwendet. Ganz wichtig auch das Koriandergrün, wofür man in Nürnberg oft immer noch zum Asia-Feinkost-Laden muss, selbst in gut sortierten Supermärkten bekomme ich es selten.

    Das Gericht kam jedenfalls so gut bei uns an, dass wir es am Wochenende als spätes Frühstück/Mittagessen schon mehrfach gegessen haben.

  • Fuhrpark erweitert

    Das Pedelec verstaubt im Keller, zur Arbeit und in der Freizeit lege ich die meisten Strecken mit dem „XXL-Rad“ zurück. Doch nun habe ich meinen Fuhrpark um ein weiteres Rad erweitert. Seit letzter Woche nenne ich ein Rennrad mein eigen. Hierbei handelt es sich um ein absolutes Sportgerät, ob und wieich das Rad auch auf alltäglicheren Wegen einsetzen werde, wird man sehen müssen. Am Freitag machte ich eine „Überführungsfahrt“ und heute bei sonnigem Wetter (und auch sehr vollen Wegen) meine erste kleine Ausfahrt. Es hat heute jedenfalls Riesenspaß gemacht, und so werde ich wohl auch zur Arbeit ab und zu mal mit diesem Rad statt mit dem „XXL“ fahren.

    Für die Technik-Interessierten: es handelt sich bei dem Rad um ein Canyon Endurace AL 6.0. Ein Einsteigermodell mit gutem Preis-/Leistungsverhältnis. Ausstattungsmerkmale: Aluminiumrahmen mit Carbon-Gabel, Shimano 105-Komplettausstattung. Übrigens bin ich auf dem Rennrad sogar das erste mal mit Helm gefahren – meine Meinung zu Fahrradhelmen habe ich zwar nicht geändert, aber es sind nun mal doch andere Geschwindigkeiten, mit denen man auf dem Sportrad unterwegs ist. Und die Rennradgeometrie in Verbindung mit neuer Griff- und Schalttechnik ist eben auch noch sehr ungewohnt für mich.

  • Christine Prayon – endlich mal live!

    Nachdem Frau Prayon „uns“ in Nürnberg bereits zwei mal krankheitsbedingt absagen musste, hatten wir gestern endlich die Gelegenheit, sie mit ihrem Programm „Die Diplom-Animateuse“  im Loni-Übler-Haus live zu erleben. Ich hatte zwar schon einige Male bei Demonstrationen gegen Stuttgart 21 das Vergnügen, und auch im Fernsehen ist Christine Prayon ja regelmäßig zu sehen, unter anderem als Birte Schneider in der Heute Show des ZDF.

    Ich habe immer wieder den Eindruck, politisch mit ihr auf einer ähnlichen Wellenlänge zu sein. Ihre Prognose zur „Volksabstimmung zu S21“ (verkürzt formuliert, der Sachverhalt war ja einiges komplizierter) war leider sehr treffend. Und was sie über Trump im Zusammenhang  mit den Vorwahlen der US-Demokraten mit Hillary Clinton und Bernie Sanders erzählte, deckte sich auch mit meiner Interpretation.

    Das Live-Programm kann ich jedenfalls absolut empfehlen. Vor allem Ihre Persiflage des Poetry-Slam-Auftritts von Julia Engelmann hat mich amüsiert – hier in einer vom mdr aufgezeichneten Version vom letzten Jahr. Christine Prayon scheint jedenfalls laufend mit Ihrem Programm auf Tour zu sein – bei ihrer Agentur findet Ihr den Tourplan. Im März stehen zum Beispiel noch Berlin, Bielefeld, München, Weyam, Bonn und Frankfurt am Main auf dem Programm.

    Trailer aus dem Jahr 2010:

  • Die Schweinefleisch-Junkies von der CSU

    Stellt Euch vor, Ihr seid irgendwo eingeladen – sagen wir auf einen richtig förmlichen Empfang. Und der Gastgeber serviert Euch und den anderen Gästen sogar etwas zu essen. Was empfindet man da zu aller erst? Dankbarkeit vielleicht? Wenn das Essen rein vegetarisch wäre, würde Euch das stören? Nun, wenn jemand von der CSU, zum Beispiel Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt ins Bundesumweltministerium von Barbara Hendricks eingeladen würde, dürfte er sich laut Äußerungen seiner Partei ideologisch bevormundet fühlen, weil er dort als Gast kein Fleisch serviert bekommen würde. Auf facebook machte die CSU gar gleich das Riesenfass auf und tönte von einem „Zwangs-Veggie-Day“ im Umweltministerium. Seht selbst:

    Fleisch-Vebots-Front! Nur weil auf den Empfängen und Veranstaltungen im Ministerum eben fleischlose Kost angeboten werden soll. Die Springer-Presse zitierte den Landwirtschafts- und Ernährungsminister mit den Worten: „Mit mir gibt es keinen Veggie-Day durch die Hintertür“. Auch beim sogenannten „Veggie-Day“, der 2013 dank der Springer-Presse zu einer landesweiten Hysterie geführt hatte, war ich ja schon anderer Meinung als die CSU, wie wohl bei den meisten Standpunkten. Doch ich habe meine echten Zweifel, ob es hier noch um Meinung geht, oder ob da nicht etwas ganz anderes dahinter steckt. Der gleiche Minister Schmidt forderte ja bereits eine Schweinefleischpflicht für Kindertagesstätten  (kein Scherz!) und scheint gerade mit der Bundesumweltministerium eine Art Kleinkrieg zu führen. Zur mittlerweile wieder eingstampften Bauernregeln-Kampagne zu denFehlentwicklungen in der Agrarpolitik aus Hendricks‘ Ministerium forderte er gar eine Entschuldigung von der Ministerin. Ich fand die Kampagne selbst ja ganz inspirierend, im Gegensatz zu dem trockenen Auftritt namens „Dialog Landwirtschaft“.

    Natürlich wissen wir, dass die CSU auf die Wählerschaft aus Kreisen der Landwirtschaftsvebände angewiesen ist und diese nicht zuletzt deshalb einen gewissen Einfluss auf die CDU und CSU haben dürften. Doch was man aus dem Ministerium Christian Schmidt zum Thema Landwirtschaft und Ernährung zu hören bekommt, scheint über übliche Fleischfresser-Dogmatik noch hinaus zu gehen.  Mich erinnern die Äußerungen schon fast eher an das Verhalten Süchtiger. Gibt es eine solche Sucht nach Fleisch? Selbst die härtesten Carnivoren sollten es doch für die kurze Zeit eines Empfangs in einem Ministerium einmal schaffen, für kurze Zeit mal kein totes Tier zu essen, sondern einen Salat oder eine Salzbrezel. Wie gesagt, eine „Bevormundung“ kann man doch bei einer Einladung nun wirklich nicht reden. Auf facebook habe ich der CSU vorgeschlagen, auf Empfänge ins Umweltministerium doch eine Leberkassemmel mitzunehmen. So sollte auch bei solch harten Fällen gelingen, dem Entzug wirksam vorzubeugen.

    Ich esse selbst auch Fleisch, wenn auch deutlich weniger als in vergangenen Tagen. Aber am heutigen Sonntag zum Beispiel kam bei uns zuhause kein Fleisch auf den Tisch, auch keine Wurst oder Käse. Eier haben wir gegessen und Kuchen, vegan war die Ernährung also sicher nicht. Doch Angst vor einer Fleisch-Verbots-Front habe ich sicher nicht. Und ähnlich wie bei Diesel-Gate habe ich hier den Eindruck, dass bestimmten Politikern der Profit bestimmter Unternehmen um ein vielfaches wichtiger ist als die Gesundheit der Bevölkerung oder der Umwelt. Und davon vergeht mir echt der Appetit.

     

  • Von Schirachs „Terror“ – meine „Auflösung“

    Ich möchte lösen. Das Theaterstück „Terror“ des Autors Ferdinand von Schirach wurde nicht erst seit der Verfilmung fürs Fernsehen auf allen Bürofluren diskutiert. Diese Woche konnte ich es im Rahmen unseres Abonnements im Schauspiel Nürnberg auch anschauen. Klügere und gelehrtere Menschen haben sich hierzu schon geäußert, doch ein Gedanke ist mir dabei bisher  noch nicht untergekommen.

    Die Geschichte ist recht schnell erzählt; ein Bundeswehr-Kampfpilot steht vor Gericht, weil er eine Lufthansa-Maschine abgeschossen hat. Die Maschine war mutmaßlich von (einem?) Terroristen in seine Gewalt gebracht worden und sollte ins voll besetzte Fußballstadion in München gestürzt werden. Eine Räumung des Stadions fand nicht statt. Die Zuschauer im Theater werden als „Schöffen“ angesprochen und sollen über den Piloten urteilen. In der Regel stimmt die Mehrheit bei den meisten Vorführungen in Deutschland gegen einen Schuldspruch – hierzu gibt es auch eine weltweite Übersichtskarte.

    Das Stück an sich wird recht abstrakt präsentiert. Es werden lediglich der Pilot selbst, sowie als Zeugen ein weiterer Offizier der Luftwaffe aus dem Lage- und Führungszentrum sowie eine Nebenklägerin, die Ehefrau eines verstorbenen Flugzeuginsassen, vernommen. Dennoch erfährt man so einiges. Wie bereits erwähnt wurde das Stadion nicht geräumt, obwohl dies in der Zeit zwischen Bekanntwerden der Bedrohung und dem möglichen Aufschlag in München durchaus im Rahmen des Möglichen gelegen hätte. Wir erfahren außerdem, dass trotz des Urteils des Bundesverfassungsgericht zum Luftsicherheitsgesetz, das in solchen Fällen den Waffeneinsatz im Allgemeinen sowie den Abschuss einer Passagiermaschine im Speziellen als verfassungswidrig einstuft, die Alarmrotten der Bundeswehr mit Piloten besetzt werden, die im „Ernstfall“ bereit sind, zu schießen. Unterschwellig schwingt in der Geschichte also auch mit, dass im Lagezentrum davon ausgegangen wurde, der Pilot würde die Maschine auch ohne ausdrücklichen Befehl abschießen.

    Und nun mein Gedanke: wenn der Pilot von einer erfolgreichen Räumung des Arena in München unterrichtet worden wäre, hätte er einen Abschuss des Flugzeugs wohl nicht mehr für notwendig erachtet. Die Maschine wäre also in diesem abstrakt gestrickten Szenario vermutlich auf das leere Stadion gestürzt beziehungsweise gesteuert worden. Selbst wenn es noch Passagieren gelungen wäre, ins Cockpit einzudringen (auch ein Aspekt, der in der Verhandlung zur Sprache kommt), hätte das Stadion schaden nehmen können. Durch den Abschuss allerdings wurde das Stadion verschont, alle Flugzeuginsassen starben. Von weiteren Schäden erfahren wir hier nichts. Mit der nicht erfolgten Räumung des Stadions wurde der Pilot also meiner Ansicht nach erst zum Erpressten, der zu der Ansicht gelangte, über Leben und Tod der Flugzeuginsassen entscheiden zu müssen. Schlüsse bleiben für mich hier nur zwei: entweder es ging darum, so etwas wie ein Exempel zu statuieren, oder man (also die Verantwortlichen im Lagezentrum beziehungsweise im Verteidigungsministerium) wollten das 340 Millionen Euro teure Stadion in München vor einer möglichen Beschädigung schützen. Um den Erhalt von möglichst vielen Menschenleben scheint es in diesem Fall aber zu aller letzt zu gehen.

  • Auf dem Jakobsweg

    Weil ein Teil des fränkischen Jakobswegs direkt vor der Haustür vorbei führt, haben wir uns zwei kleine Abschnitte des berühmten Pilgerwegs nach Santiago de Compostela an diesem Wochenende einmal genauer angeschaut.

    Los ging es am Samstag im Norden. Mit der Gräfenbergbahn fuhren wir nach Kalchreuth. Bei sonnigem und. wirklich überraschend warmem Wetter wanderten wir zurück nach Hause. Am Schluss ging es natürlich durch die Stadt, doch bis es soweit war verlief der Weg abwechslungsreich über weite Ebenen und die Ausläufer des Reichswalds. Eine schöne Wanderung.

    Am Sonntag war der zweite Teil unserer Pilger-Exkursion dran: da wir uns den Weg durch die Stadt sparen wollten, ging es mit der Tram bis in die Nürnberger Gartenstadt nach Finkenbrunn. Von dort folgt der Jakobsweg lange dem alten Ludwig-Main-Donau-Kanal, den man erst bei Schleuse 64 in Richtung Kornburg verlässt.

    Nach Kornburg macht die Autobahn dem Jakobsweg mehrfach einen Strich durch die Rechnung. Sie zwingt die Pilger (und natürlich auch einfache Wanderer wie uns, die sich einfach der vorhandenen Wegmarkierungen bedienen) zu einigen größeren uns nicht gerade reizvollen Umwegen,

    In Schwabach endete unser Ausflug an diesem Tag. Weil diese Etappe letztendlich eine unserer längsten Wanderungen war, wollten wir dann auch nur noch mit der S-Bahn nach Hause, um die Füße ein wenig hoch legen zu können und haben von der geschichtsträchtigen Goldschlägerstadt nicht viel gesehen. Sie ist sicher einen weiteren Besuch wert, doch den Jakobsweg werden wir für die Anreise beim nächsten Mal wohl eher nicht wählen. Vielleicht war auch das trübe und kalte Wetter am zweiten Tag dafür verantwortlich, aber gerade die Tatsache, dass man oft an der Straße entlang läuft, hat  uns diesen zweiten Abschnitt weit weniger attraktiv erscheinen lassen als die Strecke von Kalchreuth nach Nürnberg.

  • Weitere Winterwanderungen

    Mit zwei weiteren Winterwanderungen aus dem reichhaltigen Programm der VGN-Freizeittipps haben wir diesen und den letzten Sonntag im Freien verbracht. Letzte Woche ging es den Hausberg der Nürnberger hinauf, den Moritzberg. Schon auf dieser Tour merkten wir, dass die größtenteils noch schneebedeckten Wege durch die reizvolle Landschaft langsam etwas glatt wurden, kamen aber dank unserer Wanderstöcke heil den Berg hinauf und auch wieder hinab. Hier ein paar Eindrücke:

    Der „klingende Wasserfall“

    Für unsere heutige Wanderung hatten wir uns die spannend klingenden Vorschlag Wolfsschlucht und Teufelskirche ausgesucht, die in einer ganz ähnlichen Ecke lag. Große Teile läuft man hier auf dem fränkischen Teil des Jakobswegs, der auch am Ort Rummelsberg, der regional sehr bekannten Geburtsstätte der sogenannten „Rummelsberger Diakonie“, vorbeiführt. Heute hatten wir mit sehr vereisten Wegen zu kämpfen, aber der Ausflug hat sich alleine schon wegen des Abstechers in die Wolfsschlucht gelohnt. Auf die „sportliche Variante A“ aus der Wegbeschreibung verzichteten wir aber aufgrund der Bedingungen dennoch. Diese Tour ist sicher auch zu anderen Jahreszeiten sehr lohnenswert – und von Nürnberg mit der S-Bahn nur einen Katzensprung entfernt.