Verheerender Bombenanschlag auf MSF-Krankenhaus in Kunduz

Wenn ich in Spendenfragen um meine Meinung gefragt werde, empfehle ich immer die Ärzte Ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF). MSF stellt in vielen Kriegs- und Krisengebieten weltweit mediznische Notversorgung bereit. Derzeit ist MSF zum Beispiel auch auf dem Mittelmeer aktiv, um Flüchtlinge aus Seenot zu retten.

Am Samstag, den 3. Oktober 2015 wurde ein von MSF betriebenes Krankenhaus im afghanischen Kunduz von US-Streitkräften bombardiert. Die Existenz und Position des Krankenhauses war den Konfliktparteien bekannt. Die Bombardierung dauerte auch nach Kontaktaufnahme von MSF den Befehlshabern in Kabul und Washington noch 30 Minuten lang an. Es starben wohl mindestens 22 Menschen, darunter 12 MSF-Mitarbeiter. Viele Mitarbeiter und Patienten wurden verletzt. Siehe hierzu die Pressemitteilung von MSF. Die USA sprachen wohl wieder einmal von „Kollateralschäden“ und einem Versehen.

Letzte Woche hat sich US-Präsident Obama im Anschluss an den Amok-Lauf in Oregon wieder einmal für ein Umdenken bezüglich der Waffengesetzgebung ausgesprochen. Nicht erst seit dem gezielt erscheinenden Angriff auf das Krankenhaus in Kunduz (MSF spricht sogar von einem Kriegsverbrechen) wäre solch ein Umdenken wohl auch in der amerikanischen Außenpolitik und Militärstrategie dringend notwendig.

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