Der Fernseher fliegt raus!

Naja, vielleicht doch nicht ganz – schließlich haben wir uns dieses Jahr eine Wii gekauft, für die wir ja auch einen Bildschirm benötigen. Wenn man aber das folgende Video zur öffentlich-rechtlichen Berichterstattung über sogenannte „Killerspiele“ anschaut, kann man den Glauben an diese Anstalten durchaus vollends verlieren.


(Via Spreeblick)

Das, was hier aufgedeckt wird, hat mit Berichterstattung nichts mehr zu tun, ist nur noch pure Manipulation. Seriös ist was anderes. Magazine wie Monitor, Kontraste, Panorama oder sogar Frontal21 habe ich eigentlich immer recht gerne angeschaut, wobei mir letzteres schon immer ein wenige zu reißerisch war. Wenn aber die Redaktionen auch bei anderen Beiträgen so mit „Fakten“ umgehen, können sie mir wirklich gestohlen bleiben.

Und das (neue) Wohnzimmer nicht um den Fernseher herum gestalten zu „müssen“ eröffnet einem auch völlig neue Möglichkeiten. („Schaust Du noch – oder lebst Du schon?“)

Umweltfreundliche Autos? Nicht in Norwegen

Während es bei uns in letzter Zeit ja geradezu einen Boom von „grünen“ Autos gegeben hat, wird dies in Norwegen in Zukunft wohl nicht mehr der Fall sein, denn dort soll eine Richtlinie Begriffe wie „umweltfreundlich“, „grün“, „clean“ („sauber“) oder ähnliches aus der Werbung für Autos verbannen (Reuters-Artikel).

Teile der deutschen Autoindustrie scheinen solche Entwicklungen ja bereits voraus gesehen zu haben, dort wurde aus Grün einfach Blau („BlueMotion“ von VW, „Bluetec“ bei Mercedes-Benz), doch selbst das wird ihnen in Norwegen nicht helfen, denn dort werden nicht Labels sondern Werbeaussagen hinterfragt.

Ich kann dem Vorstoß Norwegens einiges abgewinnen, denn wenn man die aktuelle Werbung der Automobil-Industrie verfolgt, soll bei einigen Modellen wohl den Eindrück vermittelt werden, man tue der Umwelt noch etwas gutes, wenn man diese Autos fährt. Was in meinen Augen schlichtweg unlauter ist. Ein bisschen weniger schädlich ist unter dem Strich eben immer noch schädlich.

Note to self: Themen

Zwei Themen, denen ich mich hier in Zukunft noch stärker widmen möchte:

  • Sanfte Mobilität
    Schwerpunkt: die Übermacht des Automobils im Gegensatz zu den (in jeder Hinsicht) umweltfreundlicheren Verkehrsmitteln wie dem Rad oder „den Füßen“ (?).
  • Kochen
    Hier könnte der Schwerpunkt durchaus auch darauf liegen, weitere „Mitteilungen an mich selbst in der Zukunft“ zu senden, dann nämlich, wenn ich bei einem hier geposteten Rezept nochmal Tipps oder Hinweise nachlese, bevor ich es mit einigem zeitlichen Abstand erneut koche…

Keine Werbung einwerfen

Man kann ja froh sein, dass der „SPAM-Filter“ am Hausbriefkasten noch einigermaßen funktioniert, im Gegensatz zu den relativ durchlässigen elektronischen Varianten.

Während wir zuhause einen solchen „Filter“ – also einen „Keine Werbung einwerfen“-Aufkleber bisher nur zu Abwesenheitszeiten angebracht hatten, halte ich ihn mittlerweile für dauerhaft angebracht, denn die Flut an Werbung im Briefkasten, besonders konzentriert am Wochenende, nimmt eindeutig überhand.

Um so mehr ärgere ich mich über den SPAM, für den ich bezahle: der, welcher Tageszeitungen oder Wochenmagazinen beiliegt. Die ZEIT zum Beispiel passt nicht wegen ihres sowieso schon extraordinären Formats kaum noch in den Briefkasten, sondern vor allem wegen der vielen Werbebeilagen, die man neuerdings auch noch zur Überprüfung in die Hand nehmen muss, um nicht aus Versehen gleich das LEBEN-Magazin mit zu entsorgen. Ein echtes Ärgernis – für das es leider noch keinen Filter zu geben scheint!

Freud und Leid (II) – oder: Katzencontent der unangenehmeren Sorte

Eigentlich war gestern ein Tag schöner Ereignisse: beim Notar haben wir den Kaufvertrag für unsere neue Wohnung unterschrieben und von der Kreisbehörde kam die Information, dass ich meine Fahrerlaubnis dank augenärztlichem Gutachten weiterhin behalten darf (und ich diesbezüglich keinen Anwalt einschalten muss…).

Schwer getrübt wurde dieser ereignisreiche Tag allerdings von der Nachricht, dass „Schwieger“-Kater Vincenzo, der ja bereits im Sommer lange vermisst wurde und schon verloren geglaubt war – schliesslich nun doch seine „neun“ verbraucht hat und den Weg alles irdischen gegangen ist: er wurde gestern nachmittag von seinen schweren Leiden erlöst. Eigentlich ein Abgang, der ihm gebührt, denn er hatte durchaus ein Gespür für „schicksalshafte“ Tage. So werden wir umso mehr auch in Zukunft an ihn denken.

So sehr wir ihn vermissen, so wenig wir jetzt herausgefunden haben ob er nun neun oder sieben Leben hatte, so sehr ruft uns sein Tod in Erinnerung, dass wir nur eines haben.

Well now you know that your
Cat has nine lives
Nine lives to itself
But you only got one
And a dogs life ain’t fun
Mamma take a look outside

– John Lennon, Crippled Inside

Die Freiheit des Einzelnen

Schäuble sieht die Freiheit des einzelnen mehr durch die theoretische (eingebildete?) terrorisitische Gefahr als durch die Überwachungstätigkeit des Staates eingeschränkt.

Eine sehr schöne – wenn auch nicht direkt also solche gedachte – Antwort auf Schäubles Rede stellt Johnny Haeuslers Blogeintrag „Nichts Außer Kontrolle“ dar, dem ich weitestgehend zustimme.

Heute morgen ist mir dann ein Bereich des täglichen Lebens aufgefallen, bei dem ich mir persönliche Unfreiheit fast schon bis an die Schmerzgrenze gefallen lies: Eine Fußgängerampel in Stuttgart. Viele Fußgänger bleiben natürlich bei Rot stehen – doch für mehrere Sekunden kommt kein einziger weiterer Verkehrsteilnehmer, keine U-Bahn, keine Autos, keine Busse. Man steht und verweilt – obwohl man sicher besseres zu tun hätte, verordnet von der StVO…

Eigentlich wollte ich das Thema „wieviel Überwachung – wenn überhaupt – brauchen wir?“ noch um das Thema „wieviel Staat brauchen wir?“ erweitern. Denn angesichts von misslungenen Privatisierungen, sinkenden Reallöhnen trotz Riesengewinnen und skandalösen Management-Fehlern bei großen Konzernen könnte eine stärkere Einmischung des Staates hier – im Gegensatz zur Überwachung der Bürger – durchaus hilfreich sein,
Doch leider wurde dieser Beitrag in einer Entwurfsfassung schon veröffentlicht, wodurch auch ein Trackback bei Spreeblick landete und ich den Artikel deshalb vorerst lieber ohne diesen Themenbereich, zu dem ich noch recherchieren wollte, veröffentliche.

WordPress Probleme

Dies ist ein Testeintrag, da „mein“ WordPress nach Serverumzug und Upgrade auf Version 2.3.1 wohl noch nicht voll kooperationsbereit zu sein scheint…
[Update:] Probleme scheinen vorerst behoben zu sein. Ursache waren wohl inkompatible Plugins…

Terrorists win

Zumindest eine Runde „gewonnen“ hat wohl der Terrorismus in Deutschland. Und das ohne große Anschlägestrengung.

Man kann nur hoffen, dass die nächste Runde wieder an Freiheit und Demokratie geht…

„So, first of all, let me assert my firm belief that the only thing we have to fear is fear itself—nameless, unreasoning, unjustified terror which paralyzes needed efforts to convert retreat into advance.“
Franklin D. Roosevelt

Lokstoff: vorher/nachher

Das Stuttgarter Theater „Lokstoff! Theater im öffentlichen Raum“ beeindruckte N. und mich und viele weitere Zuschauer neulich mit dem Stück „vorher/nachher, eine bedenkliche Reise im Bus“, frei nach Franz Kafka: „Die Verwandlung“.

Zum Inhalt des Stückes brauche ich wohl nicht viel zu sagen (falls dieser nicht bekannt sein sollte: Inhalt), aber wie immer bei Lokstoff zeichnet sich die Aufführung vor allem durch ihren Ort aus. Um genau zu sein handelt es sich um eine Busfahrt durch Stuttgart. Regisseurin Helga Utz hat gemeinsam mit Markus Weissmann von „urban matters“ einige interessante Plätze entdeckt. So gibt es Halts an Orten wie dem Mercedes-Museum, dem Hoppenlaufriedhof oder auch einem Busbahnhof der SSB, um nur einige Beispiele zu nennen. Die großartigen Schauspieler (Kathrin Hildebrand, Andrea Léonetti, Wilhelm Schneck, Christoph Leszczynski und Jürgen Kärcher) agieren – teilweise im Bus, teilweise aber auch außerhalb – mit viel Witz. Auch Interaktion mit dem alltäglichem, zufälligen kann es geben. So gleicht vermutlich keiner Aufführung der anderen.

Durch die Verbindung mit Kafkas Text und dem Handeln der Schauspieler erhält man nicht nur an den herausragenden „Locations“, sondern auch auf der Fahrt durch das eigentlich vertraute und gewöhnliche, nächtliche Stuttgart einen ganz neuen Blick auf diese Stadt im Besonderen und auf das Konzept „Stadt“ im Allgemeinen. Man wird zum Zuschauer, wo man sonst eher Mitspieler ist. Und umgekehrt verdeutlicht die ungewöhlich-gewöhnliche Kulisse auch, wie modern der bald hundert Jahre alte Text „Die Verwandlung“ noch immer ist.