Was in der Zeitung steht

Ich glaube, ich rege mich gerne auf, denn so fix wie heute verging die S-Bahn-Fahrt von Ludwigsburg nach Stuttgart dank ausgedehnter Zeitungslektüre schon lange nicht mehr.

Erste Schlagzeile: EnBW möchte Laufzeit für Neckarwestheim verlängern. Toll. Was ist mit dem vereinbarten Atomausstieg?
Eindeutiger Wortbruch. Aber Wirtschaftminister Glos möchte unbedingt eine „positive“ Auseinandersetzung mit dem Thema.

Zweite Schlagzeile: „Kein generelles Rauchverbot in Kneipen“. Gaststätten, die größer als 75 m² sind, sollen zwingend rauchfreie Zonen erhalten. Obwohl erst kürzlich berichtet wurde, dass solche Zonen keine Verringerung der Gesundheitsschäden durch Passivrauch bedeuten. Aber drei Seiten weiter der Artikel: „Ministerin wirbt fürs Nichtrauchen“, es soll wohl weiteres Geld verpulvert werden, um Jugendliche davon abzuhalten, mit dem Rauchen anzufangen.

A propos Geld verpulvern: „Steuerzahlerbund: Staat vergeudet 30 Milliarden“. Das muss man sich mal vorstellen. Dabei war der Context der nächsten Schlagzeile wohl noch gar nicht berücksichtigt: „Gericht geht gegen Anti-Nazi-Symbole vor“. So ein Gerichtsverfahren ist ja auch nicht gerade billig. Aber das ist für den Staat wohl gut angelegt, wenn er damit die Aktivitäten von Nazi-Gegnern behindern kann. Dass hier kein größerer Aufschrei erfolgt, vor allem wo doch erst vor wenigen Tagen alle wieder einmal, wie bald nach jeder Landtagswahl, über den Einzug der Rechten in ein Landesparlament lamentiert haben.

Ein kleiner Lichtblick: „Land [Baden-Württemberg] gibt ab 2007 den Ladenschluss völlig frei“ (ausser Tiernahrung Sonntags). Doch auch hier gleich wieder Grund zum Unmut: ein Ludwigsburger Einzelhändler und Vorsitzender des Citymarketing sieht dort keinen Erweiterungsbedarf über 20:00 Uhr hinaus, denn schliesslich reisse der Kundenstrom in die Innenstadt da klar ab. Ob das vielleicht daran liegt, dass die Läden seither um 20:00 Uhr schliessen (müssen)? Wohin sollen die Kunden denn dann noch strömen?! Bei besagtem Herrn haben wir übrigens an einem verkaufsoffenen Sonntag unserer Trauringe gekauft…

Dann noch die Sache mit der Mozart-Oper „Idomeneo“ aus Furcht vor islamistischen Übergriffen. In dem Ego-Shooter „Counter Strike“ gibt es hierfür einen treffenden Ausdruck: „Terrorists win!“. Anders kann man es meiner Meinung nach nicht bezeichnen.

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